Der Farman III war die erste Maschine, die Henri Farman in seiner neu gegründeten Flugzeugfabrik herstellte. Eigentlich war Farman Kunde bei Gabriel Voisin, dessen Maschine er zum Rennflugzeug modiffizierte. 1909 zerstritt sich Farman mit Voisin, weil dieser die bestellte Voisin-Farman II einfach an den Brieten John Cuthbert Moore-Brabazon verkauft hatte.
Farman baute eine komplett überarbeitete Maschine mit neuer Querruderung. Das Flugzeug flog erstmals am 6.April 1909 und erwies sich als extrem gut zu fliegen. Farman entschloß sich, mit dem neuen Flugzeug an der Flugwoche in Reims vom 22.Aug. - 29. Aug. 1909 teilzunehmen.
Auf der Flugwoche in Reims ersetzte Farman den unzuverlässigen 50 PS Vivinius-Motor durch den modernen 50 PS Gnome-et-Rhone-7-Zylinder Sternmotor. Die Flugwoche wurde ein riesiger Erfolg für Farman, auf der er eine ganze Reihe Preise gewann.
1. Preis Distanzflug über 180 km
1. Preis für Flug mit zwei Passagieren
2. Preis für Höhenflug mit 110m
Einige Farman III wurden nach Italien verkauft und dort von der Armee zur ersten Flugeinheit in der Luftfahrtsgeschichte zusammengestellt. Der erste Kriegseinsatz war im Italienisch-Türkischen Krieg in Lybien Ende 1911. Die Farman III wurde hier zur Fotoaufklärung verwendet.
Die Farman III wurde in mehreren Ländern verwendet und in Lizenz gebaut, so auch in Berlin-Johannisthal bei der Fa. Albatros Flugzeugwerke. Ein weiterer Nachbau war die Bristol Boxkite.
Mag. Linner baute 1999 in Fürstenwalde einen flugfähigen Farman III nach Plänen der Fa. Albatros. Für die Motorisierung war ein Walter-Minor 4 Zylinder 105 PS vorgesehen. Das Flugzeug wurde fertiggestellt, einer Belastungsprobe von 3,5 t unterworfen und für gut befunden. Zu einem Flug reichte es nicht, auf Anordnung der Flugplatzbetriebsges. wurde das Flugzeug abgestellt. Nach letzten Information kommt die Maschine in die Ausstellung des Luftwaffenmuseums Gatow als eines der ersten Militärflugzeuge Deutschlands. Eine Attrappe ersetzt den Gnome-Umlaufmotorotor.
Der Historische Flugzeugbau Austria besitzt die Pläne, nach denen Mag. Linner den Farman III erstellte. Diese Pläne werden als Kopie an Interessenten abgegeben.
